Ausstellungen

Helmut Kand "BALI" von 02.12.2017 bis 08.04.2018

Helmut Kand – ein Tänzer zwischen den Träumen
Wenn ich nach Bali reise, bin ich in die fabelhafte Wunderwelt eingetreten. Da ist ein Wallen und Lodern, ein Funkeln und Brodeln, ein Fließen, Regnen und Toben und Einmünden in Paradiesgärten der Phantasie. Feuchtgrüne Duftgärtnereien und ein Augen- und Seelenbad erfrischen Kopf und Herz und werden Antipode zur Phantasielosigkeit.
Schnell, langsam, frech, verspielt, neugierig, erotisch, exotisch, aufheiternd, charmant, spontan, bisweilen ironisch, ergötzlich polychrom nähere ich mich meinen Bildthemen und schöpfe aus der Natur, aus Mythen und aus individueller Liebe zu diesem Archipel.
Ich male in der Sprache der kreativen Vorstellungen, nie verlassend den Pfad der Anmut mit Vokabeln aus einer alternativen Tagtraumwelt und nichterzählten Träumen, szenisch voll beladen – wie die meisten meiner Träume. Übermütige Details verlangen, an betörende Augenblicke zu denken. Geheimnisvolle Wünsche verspinnen sich zu einem Netz von Sinnlichkeit, subtile Erotik überrascht mit temperamentvollen Rhythmen der Lebensfreude.
Man wird fast vergebens nach Empörungen und dergleichen suchen. Die Vernunft kann ruhig schlafen, wenn es die Liebe gibt: zur Natur, zum Menschen, zum ewigen Kreislauf von Wachsen und Vergehen, zur Übereinstimmung in der Verschiedenheit.
Das gesuchte Wagnis: Der moderne Mensch im Sog der Welthektik, sein Bestehen von Eskapaden innerer Turbulenzen, sein Wohin als kurzbefristetes Geschöpf auf dieser bald zu kleinen Erde.
In Wien wird gerne versucht, mir ein Etikett zu verleihen: Märchenerzähler, Traumverkäufer, poetischer Surrealist, Vorausträumer, Reisender in Sachen Phantasie, apolitischer Weltbürger, Kosmopolit oder visueller Alchimist. Mit diesen Titeln kann ich gut leben.
Was schrieb eine Kritikerin in Deutschland? „Kand ist anders. Die Welt angeschaut. Geträumt. Gefühlt. Gespürt. Gesehen. Gemalt. Nicht anders als ein Kind. Angetrieben von einer Windmühle grenzenloser Neugier. Aufheiternd, optimistisch, ein Gefühl, das lange anhält.“
Jetzt zähle ich auf der „Götterinsel“ viele Freunde, und die Neugierde unter den Malerkollegen ist zum ersten Mal stimulierend.
Helmut Kand
Wien, Oktober 2017

Diether Kunerth "BALI" von 02.12.2017 bis 08.04.2018

Das Leben der Menschen und anderer Mitbewohner dieser Erde verläuft selten in einer geraden Linie – eher in einer gezackten.  Bevor ich die Reise nach Bali unternahm, bewegte ich mich als Maler in einer Weiß-Phase, die ja eine gewisse Askese ausdrückt. Das Bunte, kontrastreiche Leben ist fast auf eine Farbe reduziert: Weiß hier als Ausdruck für Transzendenz.  In der Landschaftsschilderung der Kykladeninseln ist sie zutreffend, bei der Indienreise reflektiert Weiß nur bestimmte Eindrücke: zum Beispiel die der Marmortempel, die der Gewänder der Brahmanen und andere.  Die spirituelle Begegnung mit dem Hinduismus mag das Weiß als Metapher für das „Nichts und das Alles“ einschichtig erscheinen lassen. (In der Physik belegt als das Ergebnis einer Mischung aller Farben.) Das Weiß ist auch als Todesfarbe erklärt. Das Alltagsleben in Indien ist aber extrem farbenprächtig. Und so mag nach diesen beiden Reisen 1992 und 1994 in mir eine große Sehnsucht nach intensiveren Farben geweckt worden sein, die ja im Kern meiner Malerei von Anfang an vorhanden war. Indien ist für uns Europäer natürlich ein ungemein faszinierendes, aber auch sehr fremdartiges Erlebnis. Deshalb kann man verstehen, dass ich mich in diese aggressive, brutale Großstadtwelt nicht vorbehaltlos auslieferte. Ganz anders ging es mir auf Bali. Dort ließ ich mich genüsslich in die herrliche Natur der Insel fallen.  Es begegneten mir wunderschöne Menschen, großartige Kunstwerke, eine traumhaft schöne, üppige Pflanzen- und Faunawelt.  Alles sieht man natürlich auch in Indien, aber der starke Kontrast von Schönem und Hässlichem ist nicht nur Urlaubsfreude, sondern macht mir auf extremer Weise deutlich, wie unser Leben auf dieser Erde meistens verläuft.
Es war hier auf Bali jedoch ein einmaliges Erlebnis in meinem Leben, dass der Mensch im Zusammenleben mit seiner Umwelt eine Harmonie realisieren kann, die im Tanz, in der Architektur, der Plastik und in der Musik, sowie der Malerei auf das Schönste ihren Ausdruck findet. Das religiöse Leben, sichtbar gemacht in den vielen Festumzügen, in den Gebetszeremonien, und den Totenverbrennungen, ist geprägt von der dankbaren Haltung gegenüber einer großzügigen, üppigen Inselheimat, die von den Göttern als gesegnet erscheint.
Trotzdem gibt es Bedrohungen und Unheil. Es brechen immer wieder Vulkane aus und das Meer wird von den meisten Balinesen als unheimliche Zone, die von bösen Geistern bewohnt ist, erlebt.  Die Dämonen im Land selbst werden durch tägliche Opfergaben befriedigt. Die Leiden durch die europäische Kolonialmacht sind als schlimme Erfahrung im kollektiven Gedächtnis aufgezeichnet.
Als Maler kann ich bis heute von meinen Erlebnissen zehren. Es fällt mir jetzt leichter, mich in Farbigem auszudrücken - ohne mich in der Komposition durch geometrisch gezügelte Strukturen absichern zu müssen. Dieser malerische Auflösungsprozess ist bei vielen älteren, berühmteren Malern zu beobachten – man denke an Tizian, Monet, Kokoschka und Picasso.  Das festgebaute Haus des Körpers und des Geistes verliert die starren Festungsmauern. Es öffnet sich für uns eine noch unbekannte Dimension.

Diether Kunerth, im Juli 2017

Öffnungszeiten

1. April bis 12. November
Dienstag - Freitag von 11.00 - 16.00 Uhr
Samstag & Sonntag von 12.00 - 17.00 Uhr

05. Dezember bis 31. März
Donnerstag & Freitag von 11.00 - 16.00 Uhr
Samstag & Sonntag von 12.00 - 17.00 Uhr
Montag, Dienstag & Mittwoch geschlossen

 
 

 
 

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Diether Kunerth

Marktplatz 14a
87724 Ottobeuren
+49 (0) 8332 79 69 89 - 0
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Öffnungszeiten

1. April bis 12. November
Dienstag - Freitag von 11:00 - 16:00 Uhr
Samstag & Sonntag von 12:00 - 17:00 Uhr


Geöffnete Feiertage:
2. Weihnachtsfeiertag   26. Dezember 2017
Neujahr                            01. Januar 2018
Hl. Drei König                 06. Januar 2018
Karfeitag                          30. März 2018
Ostersonntag                 01. Aprilo 2018
Ostermontag                  02. April 2018

Das Museum ist jeweils von 12:00 - 17:00 Uhr geöffnet!

Schließzeiten

13. November 2017 - 01. Dezember 2017
wegen Ausstellungsvorbereitung geschlossen

09. April 2018 – 11. Mai 2018
wegen Ausstellungsvorbereitung geschlossen

12. November – 30. November 2018
wegen Ausstellungsvorbereitung geschlossen

 

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