Im Freehouse - Diether Kunerth 
Im Freehouse - Diether Kunerth

"Jugend"

Ausstellung von 25. Januar bis 19. Juli 2020

Diether Kunerth

Gedanken zur Ausstellung „Jugend“
Die Kindergesichter der Malerin Modersohn-Becker berühren uns sehr. Alle Sehnsüchte nach eigenen Kindern drücken sich auf intensivste Weise bei dieser großartigen Künstlerin dabei aus. Geht man durch die Kunstgeschichte, so begegnen uns in allen Kulturen Bildnisse von Jugendlichen. Meist ist die Anmut und Schönheit der jungen Menschen gepriesen, manchmal auch stille Melancholie oder Angst vor dem Ungewissen des Zukünftigen oder der Begegnung der Gewalt von Mitmenschen, von Bedrohungen durch Tiere, Naturgewalten. In unseren Tagen erleben wir tagtäglich über das Fernsehen traumatisierte Gesichter von jungen Kriegsopfern. Die Geschichte der Menschheit ist eine unendliche Reihenfolge von brutalsten Geschehnissen der Selbstzerstörung und der Vernichtung von Umwelt. Die selben Eigenschaften von Aggression und Härte sind fast allen Lebewesen in ihren Genen mitgegeben, die begründet sind in der Notwendigkeit, zu überleben. Die Nahrungssuche und die Verteidigung ihrer Wohngebiete und Reviere erklären dieses Verhalten. Grausamer erscheint uns dabei das Treiben der Raubtiere und der Pflanzen, die mit Giften arbeiten. Die vegetarischen Lebewesen haben ein friedvolleres Erscheinungsbild. Das des Menschen ist aber das Erschreckendste. Widmen wir uns nun den ausgestellten Museumsbildern. Ich selbst weiß, das Kinderjahre nicht nur von einer Idylle geprägt sind. Als Kriegskind erlebte ich Todesangst, Vertreibung und Bedrohung meiner Mutter, die aber immer wieder meine starke Beschützerin sein durfte. Ich fand später als Jugendlicher viel Trost in den Begegnungen mit Tieren, Pflanzen und heimischen Landschaften. Auch prägte mich sehr die Beschäftigung mit Literatur, die die Kraft und Magie der Natur vermittelte. Adalbert Stifter z. B. ermöglichte mir, dass ich die Zeit der Pubertät, die seelische Unruhe mir verschaffte, zu einer Selbstfindung transformieren konnte. Bewusst vermeide ich bei den Gestalten von Jugendbildern negative Erlebnisse, die ich als Kriegskind erfuhr. Denn mein künstlerisches Konzept ist es, dem Betrachter Harmonie zu vermitteln. Die wunderbaren Geschenke der Natur sind die, dass das Kind die Naturkräfte von Liebe und Eros als Unbewusstes in seinem Inneren und das Abenteuer der Entdeckungsreise in die Welt nach Draußen erleben darf. Ich bin dankbar dafür, dass ich bei der Findungsreise interessante und liebevolle Menschen und Tiere gefunden habe.
Auch bin ich mir bewusst, dass starke und junge Kunst von Musikern und Malern mir sehr geholfen haben, ausgetretene Wege zu verlassen und auch ermutigt haben, mich dort hin zu bewegen, wo sich nicht Scheinharmonie einer heilen Welt artikuliert, sondern wo ein Arbeitsfeld der Kunst, das kreativ und mutig zu bestellen ist, sich vor meinen Augen ausbreitet. Diese Arbeit auf dem Acker der Kunst ist nicht als Frondienst zu verstehen, sondern als Beitrag eines Reifeprozesses, der als Ergebnis eine Kunst fördert, die die Menschen stärkt, erfreut und die auch zur philosophischen Welterklärung beiträgt. Die Abbildung von Jugendlichen ist dabei ein besonders starkes Anliegen, den Menschen Energie zu vermitteln, als Ausgleich für scheinbar verlorene Jugendlichkeit. Ihnen möge dabei bewusst werden, dass alle Lebensvorgänge immer unvergänglich und im Unterbewusstsein gespeichert und gegenwärtig sind.
Für uns Erwachsene ist es in unserer Zeitgegenwart eine große und notwendige Aufgabe, dass unsere großartige Mutter Erde für die Jugend in Zukunft erhalten bleibt. Die Misshandlung und der Missbrauch von Kindern sind nicht mehr einer Kulturgesellschaft zumutbar. Wir alle müssen eine große Kraftanstrengung unternehmen, dass die Evolution einen großen Sprung nach vorn macht und die negativen Eigenschaften des Lebewesens Mensch so stark eliminiert, dass die Apokalypse nicht stattfindet. Starke Kunst möge dabei helfen!

Öffnungszeiten

1. April bis 31. Oktober
Dienstag - Freitag von 11 - 16 Uhr
Samstag, Sonntag & am Feiertag von 12 - 17 Uhr
Montag geschlossen

1. November bis 31. März
Donnerstag & Freitag von 11 - 16 Uhr
Samstag, Sonntag & am Feiertag von 12 - 17 Uhr
Montag, Dienstag & Mittwoch geschlossen


Geöffnete Feiertage:
Karfreitag                          10. April 2020
Ostermontag                    13. April 2020
Tag der Arbeit                    01. Mai 2020
Christi Himmelfahrt        21. Mai 2020
Pfingstmontag                 01. Juni 2020
Fronleichnam                  11. Juni 2020
Das Museum ist jeweils von 12 - 17 Uhr geöffnet!

Schließzeiten

20. bis 24. Juli 2020
Wegen Ausstellungswechsel geschlossen.

 
 
 

Museum für zeitgenössische Kunst - Diether Kunerth

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87724 Ottobeuren 

+49 (0) 8332 79 69 89 - 0
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